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  • 26. Mrz. 2010

    26.03. 2010 - Das Wort mag niemand. Ein schrecklicher Begriff, finden alle: “Seniorenspielplatz”. Warum also nicht lieber von “Aktivplatz” sprechen, von “Vitaparcours” oder “Bewegungsgarten”? Renate Zeumer lacht ein bisschen und sagt, dass es “im Endeffekt ja auch egal” sei, wie man das Ganze nennt. Was nicht ganz stimmt, denn eigentlich war der Effekt ziemlich groß. Vor allem seit der Nürnberger Bürgermeister die Ansammlung leicht stilisierter Fitnessgeräte in Stadtparks kurzerhand als “Seniorenspielplatz” bezeichnete.

    1999 wurde im niedersächsischen Schöningen der erste eröffnet, mittlerweile gibt es mehr als 400 in ganz Deutschland. Daran ist die Ingenieurin Renate Zeumer nicht eben unbeteiligt: Vor sieben Jahren sah sie in China in einem Park Edelstahlkonstruktionen, auf denen Erwachsene, vor allem Ältere, turnten. Diese Idee vom „Outdoor-Fitness“ fand sie so gut, dass sie sie mit nach Deutschland nahm und hier bereits in 200 deutschen Städten umgesetzt professionell umsetzte.

    Wer keinen Hund hat, werde im Alter schnell bewegungsscheu, sagt Elisabeth Pfletschinger, 72. Seit sie im Ruhestand ist, traktiert die agile Rentnerin die Westberliner Parks mit ihren Gehsport-Stöcken. Weil die Deutschen immer älter werden und dabei nicht alle so sportlich bleiben wie Pfletschinger, gehört Zeumers sogenannter Seniorenspielplatz mittlerweile zu einer Art ganzheitlichem Alterskonzept. Ein Trend, dessen Ende nicht abzusehen ist. Der Effekt dabei ist kalkuliert: In einer Gesellschaft, in der bald auf jeden Beschäftigten zwei Rentner kommen werden, ist die Gesundheit bis ins hohe Alter nicht nur Privatsache, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor. Selbstverständlich geht es nicht nur um körperliche Fitness, auch anderen Altersgebrechen wird vorgebeugt. Der Einsamkeit, zum Beispiel. “Auf ‘ner Parkbank, da sitzt man ja lieber alleine”, sagt Pfletschinger. Beim Sitzfahrrad dagegen freue man sich über Nachbarn.

    Regelrecht begeistert sei man von diesem “Tummelplatz”, erzählt Petra Krötzsch, Geschäftsführerin des Berliner Vereins Lebensherbst. So begeistert, dass man für das Frühjahr eine Bewegungstherapeutin angeheuert hat, die die sportelnden Besucher ganz professionell instruiert. “Kommunikation und Körperbetätigung” laute die Devise. Krötzschs Verein hat die Geräte am Lietzensee bezahlt, rund 25.000 Euro kostet ein Seniorenspielplatz. Zur Einweihung kam sogar Ursula von der Leyen, damals noch Familienministerin. Diesen Plätzen gehöre die Zukunft, erklärte sie. Und skizzierte ein generationenübergreifendes Idyll: Kinder und Alte gemeinsam beim ertüchtigenden Spiel. Mittlerweile gibt es wissenschaftliche Erhebungen zum Thema. Die Fachhochschule Wiesbaden veröffentlichte eine Studie über die liebsten Fitnessgepflogenheiten der Alten.

    Quelle: Süddeutsche Zeitung  am 26.03. 2010

    8. Mrz. 2010

    Elly Mainz machte die Aufnahmen von diesem Spielplatz in Düsseldorf im März 2010: “Der Spielplatz befindet sich direkt neben dem Schloss Eller.”

    25. Mrz. 2010

    Simone Venino schoss die Fotos in Schwalbach in der Spechtstraße im Juli 2009: “Das Spielangebot umfasst einen großen Sandspielbereich unter großen Schatten spendenden Bäumen, einen Rutschenturm mit Spieltheke, eine Tischtennisplatte, eine Zweierwippe,  einen Schaukelbock, eine Kleinkindschaukel sowie verschiedene Federspielgeräte.”

    Spielplätze